Seit 1999 helfen wir Tieren in Süditalien

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15.08.2025

„Wartesaal ins Glück statt Endstation Sehnsucht“

Als Welpe in eine Familie kommen. Dort das ganze Leben verbringen, auch im Alter noch geliebt und geschätzt werden und irgendwann dann begleitet von den geliebten Menschen die letzte Reise antreten, gehalten und gestreichelt bis das Bewusstsein schwindet – so sollte ein Hundeleben verlaufen.

Doch die Realität sieht leider viel zu oft anders aus. Als Welpen sind sie klein und süß, dann kommen sie in die Pubertät (jeder, der Kinder hat, kann ein Lied davon singen) und werden erwachsen. Vielleicht werden sie dann krank oder auch einfach nur alt und dann werden sie oft lästig und müssen weg. Das ist in Deutschland nicht viel anders als im Ausland. Im Ausland kommt es nur viel häufiger vor, da ein Tier nicht denselben Stellenwert hat wie bei uns. Dort landen sie dann oft in einem Canile ( ein italienisches Hunde-KZ). Die Lebensbedingungen sind überall gleich erbärmlich und bestehen aus Enge, Dunkelheit, Überbelegung mit zu wenig Futter und Wasser und entsprechendem Überlebenskampf der Insassen. Und wobei die, die ohnehin alt oder gehandicapt sind, naturgemäß immer den Kürzeren ziehen. Oft haben die, die weggejagt, ausgesetzt oder oft buchstäblich weggeworfen werden, auch vorher schon ein erbärmliches Leben ohne Liebe und Zuwendung führen müssen. Da bilden Canile nur noch den Schlusspunkt einer langen Leidenszeit. Besonders hart trifft es aber auch die, die vorher ein geliebtes Zuhause hatten, deren Besitzer starben und die Erben dann alles haben wollten. Nur den Vierbeiner nicht und der muss dann diesen schlimmen Gang gehen. (Das gibt es in Deutschland leider auch sehr oft).

Die Chance, noch einmal aus einem Canile rauszukommen, eine Familie zu finden, Liebe und Zuwendung zu erfahren, geht für einen erwachsenen, alten oder auch gehandicapten Hund nahezu gegen Null.

In einem Canile gibt es in der Regel für keinen Hund ein Herauskommen mehr. Außer, es gibt Tierschutzorganisationen, meist aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz, welche von dort Hunde retten. Und nur so, dürfen immer wieder welche dieser Kandidaten in den Lostopf greifen und ziehen einen Hauptgewinn.

Sie bekommen trotz ihres Alters oder ihres Handicaps oder auch gerade wegen ihres Alters oder ihres Handicaps einen Platz in unserer Tierherberge.

Sie erfahren oft zum ersten Mal in ihrem Leben, wie es sich anfühlt, wenn man warm und weich schlafen kann, wenn man gutes Essen bekommt, wenn man gestreichelt und geliebt wird, wenn Schmerzen medizinisch versorgt werden, wenn man nicht mehr in einem Zwinger leben muss, sondern sich in Gesellschaft von Artgenossen die Sonne auf den Pelz scheinen lassen kann oder mit einem Gassigänger schöne Spaziergänge unternehmen darf.

Kurz: wie schön ein Hundeleben sein kann. Aus einer weggeworfenen, „nutzlosen“ Kreatur wird eine geliebte und geachtete Persönlichkeit.

Körperlich erholen sich Hunde meist schnell, aber bis die tiefen Verletzungen der Seele verheilt sind, dauert es oft Jahre. Jahre, in denen sie darauf warten, dass irgendwann die richtigen Menschen vorbeikommen und sie in ihr eigenes Zuhause gehen dürfen.

Nehmen wir hier als Beispiel unsere Avera, sie konnte von uns am 22.09.2012 aus einem schrecklichen Canilie in Süditalien befreit werden und kam am 23.09.2012 in unserer Tierherberge an. Bis heute lebt sie bei uns, ihre seelischen Wunden sind verheilt, doch hat sie es nie geschafft, auch fremden Menschen Vertrauen zu schenken.

Neun Hunde aus Italien bei uns angekommen

Endlich, nach einer längeren Zeit, konnten wir wieder Hunden aus Italien helfen. Am 26.07.2025 haben wir neun Vierbeiner aus städtischen Tierheimen in Süditalien übernommen. Bisher war dies nicht möglich, da wir durch die vielen Tiere in unseren Stationen in Ungarn und Spanien stark ausgelastet waren.

Nun sind alle neun Hunde sicher bei uns in der Tierherberge angekommen. Sie genießen die großen Ausläufe, spielen miteinander und beginnen langsam, Vertrauen zu fassen und zu begreifen, wie schön das Leben sein kann.

Besonders berührend: Fünf von ihnen sind erst sechs Monate alt. Sie kannten bisher nur das Leben im Zwinger, umgeben von vielen anderen bellenden Hunden. Jetzt müssen sie alles von Grund auf lernen. Zum Glück sind diese Junghunde sehr zutraulich und offen gegenüber Menschen – ein Verdienst der engagierten Ehrenamtlichen in Süditalien, die sich dort liebevoll um sie gekümmert haben.

Unsere weiten Wege bis in Italiens Stiefel

Das System der Canile in Italien…

Das Gesetz verpflichtet die Gemeinden auf ihrem Einzugsgebiet, herumstreundende Hunde in öffentliche oder private Einrichtungen einzuliefern.

Dem Einfangen des Hundes durch den Hundefänger folgt der Zwinger. Ab diesem Moment verliert sich die Spur von Hunderten, wenn nicht Tausenden, von unseren kleinen Freunden.

Nur ganz wenige Hunde bekommen wieder eine „Identität“ und ein neues "Leben" über eine Adoption. Die Mehrheit dagegen verlassen die Zwinger als Kadaver, um als Sondermüll entsorgt zu werden.

Viele private Betreiber machen mit den streunenden Hunden nichts anderes als ein Geschäft. Es ist ein reines „Business“, das so viel Profit wie möglich bringen soll…

Die erzielte Gewinnspanne, die sie einstreichen, abzüglich der Unterhaltungskosten für die Einrichtung, die von den Gemeinden bezahlt werden, ist nicht vereinbar mit dem Wohlergehen der Hunde.

Man muss hinzufügen, dass sehr wenige der Verträge mit den Gemeinden die Betreiber dazu verpflichten, die Vermittlungen zu fördern.

Die Betreiber mehrerer Canile sind oft dieselben, weil das Geschäft vom Einfangen der Hunde über den Unterhalt der Canile bis zur Entsorgung der Hundekadaver einen riesigen Gesamtumsatz bringt, der tatsächlich in die Millionen geht.

Meistens leben die Tiere zusammengedrängt, eingesperrt auf mehr oder weniger kleinem Raum, vollkommen sich selbst überlassen und mit Parasiten übersät. Sie gehen oft an Krankheiten, die man einfach behandeln könnte, elend zugrunde.

Tierschützer gibt es in den Canilen nicht, auch keine Adoptionen. Auch gibt es keine regulären Öffnungszeiten.

Die Eingänge zu den Canilen werden vom Eigentümer und meistens vom einzigen, ordnungsgemäß angestellten Arbeiter versperrt. Ein Besuch in diesen Canilen ist dem „Otto- Normalbesucher“ nicht gestattet.

Die Schalter des Caniles werden nicht geöffnet, auch nicht, wenn ein Hundebesitzer gekommen ist, um seinen eigenen Familienhund zurückzufordern, der aus Versehen eingefangen wurde.

Die grundlegendsten vom Gesetz vorgeschriebene Auflagen werden in der Regel missachtet. Es fehlt eine Krankenstation, welche die kranken Tiere beherbergen müsste. Rüden sind in Rudeln mit nicht sterilisierten Hündinnen, Welpen sind zusammen mit ausgewachsenen Hunden, dominante oder aggressive Hunde zusammen mit älteren, kranken, nachgiebigen Hunden. Es findet keinerlei Trennung statt.

Es existieren durchaus Gesetze zum Schutz der streunenden Hunde, zur Vermeidung der Streunerrudel und zum Schutz der Haustiere gegen Misshandlung sowie schlechter Haltung: Doch es schert sich keiner um die Einhaltung dieser Erlasse für die Tiere.

Somit bleiben die Anzeigen bei den Justiz- und Verwaltungsbehörden und die regelmäßig eingehenden Zuschriften an  die verantwortlichen Behörden, die für die Kontrolle und Überwachung der Gesetze verantwortlich sind, "Briefe für den Mülleimer".

 

Hier geht es zum Video welches wir aus unserem Bilmaterial für Sie zusammengestellt haben. 

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